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Wofür steht KTQ?
In den Medien und auch im Krankenhausalltag begegnet es einem immer häufiger, das Stichwort KTQ. Meistens fällt es im Zusammenhang mit den Fragen zur Qualität unserer Leistungen. KTQ ist die Abkürzung für „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen" und beschreibt ein Zertifizierungsverfahren, nach dem Krankenhäuser einheitlich bewertet werden und das so eine Vergleichbarkeit der Leistungserbringer im Gesundheitswesen ermöglichen soll. Dabei erfüllt dieses Verfahren die rechtlichen Vorgaben des Sozialgesetzbuches zum Qualitätsmanagement in deutschen Krankenhäusern. In der Industrie sind solche Verfahren schon seit langer Zeit üblich (z.B. ISO 9000 oder EFQM).
Welche Vorteile hat das KTQ-System?
Eine Besonderheit der Zertifizierung nach KTQ ist die Aufteilung in zwei Schritte: eine Selbstbewertung und eine Fremdbewertung. Der Zertifizierung wird eine strukturierte Selbstbewertung vorangestellt, um Schwachstellen zu suchen und zu beseitigen, damit eine Zertifizierung in der Fremdbewertung durch Visitoren erfolgreich ist. Im Rahmen dieser Visitation werden Gespräche mit den Patienten und den Mitarbeitern des Krankenhauses geführt, die das Qualitätsmanagement hinterfragen. Anhand der Kriterien des KTQ-Kataloges eingeschätzt und bewertet werden schließlich die Qualität der internen Abläufe sowie deren planungsgerechter Umsetzungsgrad. Am Ende der Visitation steht ein Bericht der Visitoren mit der Empfehlung, das KTQ-Zertifikat zeitlich befristet zu erteilen - oder auch nicht.
Zur Zertifizierung gehört auch, dass die Qualität der Leistungen transparent nach außen dargestellt wird und den Patienten, überweisenden Ärzten oder Krankenkassen zugänglich gemacht wird. Dies erfolgt über die Homepage der KTQ-GmbH (www.ktq.de), in der die Qualitätsberichte der zertifizierten Krankenhäuser für die Zeit der Gültigkeit des Zertifikates eingestellt werden.
Der KTQ-Katalog
Der Katalog besteht aus einem umfangreichen Erhebungsbogen für die Strukturmerkmale des Krankenhauses (wie z.B. Bettenzahlen, Leistungsspektren, Fachabteilungen, häufig vorkommende Diagnosen und Operationen) und einem „Frageteil" mit ca. 720 Fragen, die sich auf 72 Kriterien in folgenden 6 Kategorien verteilen:
- Patientenorientierung
- Mitarbeiterorientierung
- Sicherheit im Krankenhaus
- Informationswesen
- Krankenhausführung
- Qualitätsmanagement
In der Patientenorientierung wird der Weg eines Patienten durch das Krankenhaus von der Patientenaufnahme über die Planung und Durchführung der Behandlung bis zur Entlassung dargestellt und abgefragt.
Zentrale Punkte der Kategorie Mitarbeiterorientierung sind die Personalbedarfsplanung, die Sicherstellung der Qualifikation des Personals und die Integration von Mitarbeitern.
Unter Sicherheit im Krankenhaus werden die Gewährleistung einer sicheren Umgebung für die Patienten, die Hygiene und die Bereitstellung von Materialien aufgeführt. Brandschutz, Arbeitssicherheit oder Hygienerichtlinien werden hier abgefragt und bewertet.
Das Informationswesen steht für den sicheren Umgang mit den Patientendaten, die Weiterleitung von Informationen und die Nutzung der modernen Informationstechnologien.
Die Krankenhausführung ist entscheidend für die Effektivität und Effizienz der Leistungserbringung. Wichtige abzufragende Punkte sind hier z.B. die Erstellung eines Leitbildes, eine Zielplanung und die Berücksichtigung ethischer Fragestellungen.
Das letzte Element des Kriterienkataloges, das Qualitätsmanagement, umfasst Fragen zum systematischen und zielorientierten Umgang mit den Abläufen innerhalb des Krankenhauses. Wesentlich hierfür ist die Einbindung aller Krankenhausbereiche in das Qualitätsmanagement sowie Verfahren zur Ermittlung und Verwirklichung von Qualitätszielen.
Unser Weg zur KTQ-Zertifizierung
Die hier genannten KTQ-Kategorien wurden zunächst in sieben Arbeitsgruppen (Kategorien-Teams; 6 KTQ-Kategorien plus ein Psychiatrie-Team für fachspezifische Fragestellungen) bearbeitet und die Fragenbeantwortung zu einer umfassenden Selbstbewertung des Klinikums zusammengetragen. Zum Ende dieser Selbstbewertung wurde entschieden, wann eine Zertifizierung und damit verbunden die Fremdbewertung beantragt werden kann und in welchen Bereichen weitere Verbesserungen realisiert werden müssen, um das Zertifikat zu erhalten. Parallel zur Selbstbewertung wurden erkannte Defizite zusammen mit entsprechenden Lösungsvorschlägen in einen Maßnahmespeicher eingegeben und nach einer Priorisierung zur Bearbeitung freigegeben.
Unser aktueller Stand
Unsere Arbeitsgruppen, die sich aus Vertretern aller im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen zusammensetzen, haben im Juni 2007 eine zweite Selbstbewertung abgeschlossen. In einer mehr als einjährigen intensiven Arbeit haben wir uns selbstkritisch mit Strukturen und Abläufen in unserem Haus befasst. Schon während dieser Zeit haben wir vielfältige Verbesserung eingeleitet.
Vom 5. bis 8. November 2007 nahmen drei externe Visitoren* und ein Visitationsbegleiter der „Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen" (KTQ) das Klinikum Bad Salzungen, seine Prozesse und Strukturen sowie die Mitarbeiter genau unter die Lupe und fassten die Ergebnisse in einer abschließenden Bewertung zusammen, nach der man die KTQ-Zertifizierung des Klinikums Bad Salzungen klar befürwortet hat.
Die offizielle Übergabe des KTQ-Zertifikates erfolgte am 15. Januar 2008 in Anwesenheit des Landrates sowie zahlreicher weiterer Gäste durch den Leiter der von uns gewählten Zertifizierungsgesellschaft „Green & Ibex" (www.green-ibex.de).
Hier finden Sie unseren KTQ-Qualitätsbericht. Ergänzt wird dieser durch den Gesetzlichen Qualitätsbericht.
* Externe Visitoren sind durch die KTQ-GmbH für den Visitationsprozess besonders geschulte Praktiker aus verschiedenen Krankenhausbereichen (z.B. Ärzte, Pflegedienstleiter, Verwaltungsmitarbeiter)
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