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stz, 03.01.2007
Neues Jahr, neues Glück: Der Neujahrstag zählte gerade mal drei Stunden, da konnte Silvia Lohfing aus Kaltenborn ihre kleine Emely in den Armen halten. Vergessen sind die Strapazen und der verpasste Jahreswechsel. „Ich bin einfach nur glücklich", sagt die junge Mutter.
BAD SALZUNGEN - Dass Emely am 1. 1. um 3.33 Uhr das Licht der Welt erblickt und somit das erste Bad Salzunger Baby im neuen Jahr wird, war so nicht geplant. „Sie sollte am 26. Dezember geboren werden", verrät Mutter Silvia den errechneten Geburtstermin. Das wäre für die Mutter auch die finanziell bessere Variante gewesen, denn da wurde das Erziehungsgeld noch 24 Monate gezahlt. Mit Beginn des neuen Jahres gibt es das Elterngeld für maximal 14 Monate. Gezahlt werden monatlich 67 Prozent des Einkommens. „Aber eigentlich ist mir das jetzt egal", sagt Silvia Lohfing. Sie ist glücklich, dass ihr erstes Kind gesund zur Welt gekommen ist. Florian Wolff ist ebenfalls ein Neujahrsbaby und ein Wunschkind. Er kam am 1. Januar um 11.21 Uhr auf die Welt, gönnte seiner Mama Rebecca aber noch die Silvesterfeier bei Freunden. Mit der Ankunft des kleinen Stammhalters hatten die jungen Eltern aus Merkers noch gar nicht gerechnet, als Geburtstermin war der 21. Januar angegeben worden. Um Mitternacht mit alkoholfreiem Sekt anstoßen konnte Rebecca noch, doch kaum lag sie im Bett, kündigte sich Florian mit einem Blasensprung an. Über das Geburtsdatum kann sie lachen: „Da braucht er für seinen Geburtstag nie Urlaub nehmen." Und sie freut sich, dass ihr Florian im neuen Jahr geboren wurde. „Da greift für uns das Elterngeld", sagt sie. Ob sie glaubt, dass das einjährige Elterngeld Anreiz für mehr Kinder sein wird? „Nein, eigentlich nicht. Man bekommt ja Kinder nicht des Geldes wegen." Auch Kornelia Franke, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum Bad Salzungen, glaubt nicht an den Kinder-Boom. „Es reicht nicht aus, die jungen Familien ein Jahr finanziell zu unterstützen. Die Unterstützung danach, also die Kinderbetreuung, muss gewährleistet sein."
Eine Prognose, ob in diesem Jahr mehr Kinder im Klinikum geboren werden, will sie nicht abgeben, nur einen Wunsch: „Hoffentlich wieder mehr als 500." Die 500 ist seit Jahren eine magische Zahl, um die sich die Anzahl der Geburten im Klinikum dreht. Hatte man sie 2005 mit 493 nur knapp verpasst, so präsentiert man für das abgelaufene Jahr stolze 508 Kinder, darunter fünf Zwillinge. Und mehr Jungen als Mädchen. Die meisten Geburten gab es mit 61 im Juli und 55 im August. Warum das so ist? „Keine Ahnung, vielleicht weil im November mehr gekuschelt wird?" Das letzte Baby, das im Jahr 2006 geboren wurde, ist die kleine Emma aus Wiesenthal. 31. Dezember, 14.22 Uhr - ein richtiger Silvesterknaller. Hätte sie noch bis kurz nach Mitternacht gewartet, wären ihre Eltern in den Genuss des Elterngeldes gekommen. „Das wäre finanziell für uns besser gewesen", sagt die junge Mutter. Auch Grit Bleisteiner hatte mit dem Elterngeld spekuliert, sollte der kleine Tim doch eigentlich erst am 17. Januar geboren werden. Er zog es vor, im alten Jahr auf die Welt zu kommen. Die Geburt nur wegen des Elterngeldes hinauszuzögern, wäre für Grit Bleisteiner nie in Frage gekommen. „Die Gesundheit geht vor." Sie glaubt aber, dass die Einführung des Elterngeldes Anreiz für mehr Geburten sein könnte. „Aber nur für die Mütter, die Arbeit haben." Auch Rebecca Hüthers Töchterchen Samantha wurde noch im alten Jahr geboren. Das ab dem neuen Jahr gezahlten Elterngeld war für die junge Mutter nicht ausschlaggebend für den Familienzuwachs. Emely und Florian - den beiden Neujahrsbabys des Klinikums Bad Salzungen - wurde gestern besondere Aufmerksamkeit zuteil. Chefärztin Kornelia Franke überraschte sie und ihre Muttis mit Blumensträußen und nützlichen Gutscheinen. „1000 Windeln, die sollten für das erste halbe Jahr reichen", erklärte Kornelia Franke. Die jungen Muttis freuten sich. „Was man da sparen kann", meinte Rebecca Wolff zu der Überraschung. (mö)
 Mit Blumen und Gutscheinen begrüßte Chefärztin Kornelia Franke die Neujahrsbabys Emely (l.) und Florian und ihre Mütter Silvia Lohfing (l.) und RebeccaWolff. FOTO: HEIKO MATZ |