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stz, 16.01.2007
Aus der ehemaligen Chirurgie in Bad Liebenstein wird ein Altenpflegezentrum, sagte der ehemalige Geschäftsführer des Bad Salzunger Klinikums Wolfgang Mauritz vor ziemlich genau drei Jahren. Getan hat sich an dem über 100 Jahre alten Gebäude seitdem nichts.
BAD LIEBENSTEIN - „Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, gehen die Arbeiten los", hatte Mauritz im Januar 2004 erklärt und die Baupläne der Öffentlichkeit präsentiert. Zwölf bis vierzehn Monate waren für die Arbeiten eingeplant, 40 bis 50 Arbeitsplätze in den Bereichen Pflege und Hauswirtschaft sollten entstehen. Hinter dem historischen Gebäude plante Mauritz einen Anbau in modernem Stil. „Es werden wunderschöne Zimmer", schwärmte der Geschäftsführer damals. Auf der Wiese links neben der Chirurgie sollten drei Häuser gebaut und das gesamte Areal parkähnlich gestaltet werden. Als Baukosten wurden zwischen 6,5 und 7,5 Millionen Euro genannt. Der Kreistag des Wartburgkreises hatte einer Kreditaufnahme bereits zugestimmt und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung lag vor. Trotz dieser konkreten Pläne passierte in der alten Chirurgie in Bad Liebenstein ein Jahr lang nichts. Im Bad Salzunger Klinikum dafür umso mehr. Ende 2004 erschüttert ein Betrugsskandal das Krankenhaus und Wolfgang Mauritz wurde fristlos entlassen. Trotzdem schien der Baubeginn für das Pflegezentrum nicht mehr weit. Bad Liebensteins damaliger Bürgermeister Hans Beck erklärte Anfang 2005 in einem Artikel, dass die Baugenehmigung nun vorliege und die Arbeiten starten könnten. Doch auch heute, zwei Jahre später, gibt es noch keine Anzeichen für einen Umbau. Das Gebäude steht genauso verlassen im Zentrum von Bad Liebenstein wie seit der Schließung der Chirurgie im Jahr 2003. Von „wunderschönen Zimmern" für Senioren, einem Anbau und drei neuen Häusern auf dem Gelände ist nichts zu sehen.
Unter der Regie des Bad Salzunger Klinikums wird dieses Projekt in Zukunft nicht mehr verwirklicht. „Das Pflegeheim als eigene Investition des Klinikums ist nicht mehr Thema", erklärte Geschäftsführer Harald Muhs gestern auf Nachfrage der Südthüringer Zeitung. Der Umbau der alten Chirurgie in ein Altenheim sei bereits vor seiner Amtsübernah-me im September 2005 verworfen worden. „Ich habe diese Investition noch einmal geprüft und sie kommt nicht in Frage", sagt der Geschäftsführer. Grund sei die zu hohe finanzielle Belastung. Die Eigenmittel des Klinikums seien begrenzt und würden für andere Investitionen benötigt. Doch was soll aus dem Gebäude werden? Harald Muhs hält sich bedeckt. „Wir haben mehrere Optionen", erklärt er. Für die Nachnutzung des Gebäudes gäbe es „zwei bis drei Anfragen". Bereits Ende des vergangenen Jahres seien Gespräche mit Interessenten geführt worden. „Das sind sehr ernsthafte, nachhaltige Angebote und wir müssen sehen, inwieweit sie sich realisieren lassen", erklärt der Klinikum-Geschäftsführer. Vermutlich werde alles auf einen Verkauf hinauslaufen. Ob unter den Interessenten auch der Betreiber eines Altenpflegeheims ist, wollte Muhs nicht sagen. „Das Spektrum ist sehr breit gefächert und die Nutzung ist noch vollkommen offen." Er geht aber davon aus, dass die Zukunft des Gebäudes im Laufe dieses Jahres geklärt wird.
 Die Baugenehmigung war erteilt und der Kreistag hatte einer Kreditaufnahme zugestimmt: Dennoch hat sich das Klinikum gegen ein eigenes Pflegezentrum in der ehemaligen Chirurgie entschieden. FOTOS: HEIKO MATZ
 Harald Muhs: „Die Investition kommt nicht in Frage.“ |