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Kleines Schlaflabor für zu Hause
stz, 05.04.2006

Lautes Schnarchen in der Nacht kann nicht nur den Bett-Partner wütend machen, es kann auch für den Betroffenen ernste gesundheitliche Folgen haben.

BAD SALZUNGEN - „Bei drei Viertel aller Männer, die wegen ihres Schnarchproblems den Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen, müssen wir eine so genannte obstruktive Schlafapnoe (OSA) feststellen", erklärt Privatdozent Dr. Peter Jecker. Weil diese Patienten nachts schlecht schlafen, fühlen sie sich tagsüber zumeist abgeschlagen und leichter gereizt und haben ein höheres Unfallrisiko wie etwa durch den Sekundenschlaf beim Autofahren, schildert der Chefarzt der HNO-Klinik im Bad Salzunger Klinikum die Folgen. „Wer an einem Schlafapnoe-Syndrom leidet, lebt zudem mit einem erhöhten Risiko, einen Schlaganfall, Arteriosklerose oder einen Herzinfarkt zu bekommen", fügt Dr. Heinz-Dieter Eichhorn hinzu, der als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin arbeitet. Die beiden Mediziner mahnen daher, dass man als Schnarcher keineswegs leichtfertig mit dieser Krankheit umgehen soll. Im Bad Salzunger Klinikum gibt es seit kurzem die Möglichkeit, mit Hilfe eines ambulanten Schlaflabors herauszufinden, ob die entsprechenden Werte bei einem notorischen Schnarcher tatsächlich auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom hindeuten. In vielen Kliniken müssen die Patienten stationär aufgenommen werden, damit die für die OSA- Diagnose notwendigen Werte wie Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz während des Schlafes fachgerecht aufgezeichnet werden können.

 

Unsere Patienten bekommen das Gerät, das in eine Zigarrendose passt, mit nach Hause. Dort legen sie es vor dem Nachtschlaf an und bringen es zusammen mit den gespeicherten Daten zum nächstmöglichen Termin mit in das Klinikum", schildert Dr. Jecker die vereinfachte Prozedur. Dabei seien keineswegs nur Männer betroffen, so Dr. Eichhorn. Auch Frauen leiden mit zunehmendem Alter an Schlafapnoe. Während der Partner von dem permanenten Schnarchgeräusch im schlimmsten Fall aus dem Zimmer getrieben wird, können für den Erkrankten die wiederholten Atempausen, die durch den Kollaps im Rachenraum entstehen, bedrohlich werden. Wird das OSA-Syndrom aufgrund der auf Papier festgehaltenen Daten-Kurven diagnostiziert, dann wird dem Patienten von seinem behandelnden Arzt zunächst nahe gelegt, eventuell sein Gewicht zu reduzieren, weniger Alkohol zu trinken und eine geeignete Schlaflagerung einzunehmen. „Bei schwereren Fällen muss der Patient nachts gegebenenfalls fortan regelmäßig eine entsprechende Maske mit einem angeschlossenen Beatmungsgerät tragen, auch wenn das für manchen einige Überwindung kosten mag", so der Chefarzt der HNO-Klinik. Bei akuter Ausprägung der obstruktiven Schlafapnoe muss eine Operation erwogen werden. (ks)


Chefarzt Dr. Heinz-Peter Eichhorn (l.) und Chefarzt Dr. Jecker mit Patient Olaf Sudan bei der Geräte-Anprobe. FOTO: KATRIN SCHWAB

 
 
 

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