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stz, 10.10.2006
Säuglinge, kleine Babyfüße und -fäuste: Fotografien an den Wänden sind ein Blickfang für die Patienten, die gestern bereits am Tag der Einweihung die Wartezone des Medizinischen Versorgungszentrums in Bad Salzungen (MVZ) füllten.
BAD SALZUNGEN - Zwei Frauenärzte, Marita Busch und Klaus Kalb, und eine Anästhesistin ( Narkoseärztin), Dr. Christiane Kotlebova (Universität Bratislava), kümmern sich von nun an im Medizinischen Versorgungszentrum Bad Salzungen, im Gebäude der ehemaligen Stadtambulanz am Krankenhaus in der Langenfelder Straße 8, um das Wohl der Patienten. Frauenarzt-Sprechstunden sind täglich von Montag bis Freitag. Einmal im Monat ist auch am Samstag Sprechstunde. Die Anästhesistin Dr. Kotlebova hält immer am Freitagnachmittag Sprechstunde ab. Sie berät die Patienten vor einer Narkose, die bei einer ambulanten Operation notwendig wird. Die Operation selbst mit Narkose wird im Klinikum Bad Salzungen durchgeführt. Vier Arzthelferinnen unterstützen die Ärzte: Cornelia Heerdegen, Daniela Loss, Christine Landsiedel und Antje Kalb. Genauere Informationen gibt es unter 03695/ 609-4900. Klaus Kalb, ärztlicher Direktor des MVZ, nimmt die relativ seltene Drillingsgeburt gestern als gutes Omen für die Zukunft des Medizinischen Versorgungszentrums. Das MVZ ist eine Gemeinschaftspraxis, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die eine 100-prozentige Tochter des Klinikums Bad Salzungen ist. Harald Muhs, Geschäftsführer des Klinikums, wurde auch zum Geschäftsführer des MVZ bestellt. Er wünscht sich, dass sich noch mehr Fachärzte entschließen, sich im MVZ niederlassen, um die medizinische Grundsicherung der Patienten im Wartburgkreis weiter zu verbessern. Das medizinische Zentrum knüpfe an die Tradition der Polikliniken in der DDR an.
Es habe wie jeder andere niedergelassene Arzt Probleme beispielsweise mit der Punktabwertung bei steigenden Patientenzahlen, so Muhs. Mit dieser modernen Gemeinschaftspraxis steige das Klinikum in die ambulante Versorgung der Patienten ein. Diese Erweiterung des stationären Bereichs war mit der Gesetzesänderung zum 1. Januar 2004 möglich, informierte Landrat Reinhard Krebs. Er verwies auf den Kreistagsbeschluss zur Gründung des MVZ vom Mai 2006. Im Wartburgkreis zeichne sich infolge von Überalterung die Gefahr eines Ärztemangels ab. Versorge heute ein Allgemeinmediziner 1773 Patienten, so seien es im Jahr 2010 bereits 2268. Ursache dafür sei nicht unbedingt ein Ärztemangel, es scheine eher lukrativer, sich in den alten Bundesländern niederzulassen, so Krebs. Deshalb wolle er gegensteuern und wünsche sich für das MVZ, da noch Räume frei sind, junge Ärzte. Insbesondere ein Augenarzt werde in der Region gebraucht. Klaus Kalb könnte sich auch einen Internisten oder einen Chirurgen im Team vorstellen. Das Klinikum Bad Salzungen investierte in das Medizinische Versorgungszentrum 380 000 Euro. In acht Wochen gestalteten die Baufirmen unter Anleitung des Bad Salzunger Architekten Rüdiger Wetzel die Räume des Obergeschosses der ehemaligen Stadtambulanz zu einer modernen Gemeinschaftspraxis um. Damit das Vorhaben gelingen und das Haus viele zufriedene Patienten finden möge, überreichte Architekt Wetzel an Geschäftsführer Muhs ein Stethoskop. (wei)
 Zum Geschäftsführer des MVZ bestellt: Harald Muhs
 Das Team des MVZ (v. l.): Arzthelferinnen Cornelia Heerdegen, Daniela Loss, Christine Landsiedel, Antje Kalb, ärztlicher Direktor Klaus Kalb, Anästhesistin Dr. Christiane Kotlebova und Frauenärztin Marita Busch. FOTO: HEIKO MATZ |