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KLINIKUM BAD SALZUNGEN Harald Muhs ab 1. September Geschäftsführer
stz, 07.06.2005

Die Übergangszeit ist beendet. Der Vertrag ist unterzeichnet. Wie die Südthüringer Zeitung bereits am 4. Mai berichtete, wird Harald Muhs aus Speyer am 1. September Geschäftsführer des Bad Salzunger Klinikums. Was den Pfälzer bewegt, nach Bad Salzungen zu gehen, und welche Ziele er dort verfolgt, fragten Christoph Witzel und Ute Weilbach.

Herr Muhs, wann beginnen Sie als Chef des Klinikums in Bad Salzungen?
Ich gehe davon aus, dass ich am 1. September das Klinikum in Bad Salzungen als Geschäftsführer übernehme. Die Aufsichtsratsvorsitzende hat mich gestern den Chefärzten vorgestellt. Danach gab es drei Termine mit den Mitarbeitern. Auch dort habe ich mich persönlich vorgestellt. Ich habe keine großen strategischen Reden gehalten. Das wäre auch verfrüht. Um eine Strategie zu entwickeln, muss ich das Haus erst besser kennen lernen.
Wie wurden Sie von den Mitarbeitern aufgenommen?
Die Mitarbeiter haben aufmerksam zugehört. Es gab keinerlei kritische Fragen. Allerdings hatte ich nicht das Gefühl der Ablehnung. Im Gegenteil, ich traf auf eine aufgeschlossene Atmosphäre.
Ihr Wechsel wird mit einiger Skepsis betrachtet. Deshalb die Frage:
Was hat Sie dazu bewogen, vom schönen Schwarzwald in die Thüringer Provinz zu wechseln?

Ich bin unter anderen Voraussetzungen 2003 nach Karlsbad gewechselt. Ich wurde als selbstständig agierende Unternehmerpersönlichkeit geworben, die einer wenig aktiven Zentrale berichten sollte. Mit dem Wechsel der Trägerstruktur hat sich das geändert. Die Zentrale sollte gestärkt werden und hat bis in das Tagesgeschäft hineinregiert. Das ist für mich eine grundsätzliche Frage. Deshalb habe ich mich letztlich auch entschieden, zu wechseln.
Also mussten oder wollten Sie gehen?
Ich denke, man ist in Karlsbad nicht ganz glücklich darüber, dass ich gehe. Schließlich habe ich dort nach meiner Einschätzung eine gute Arbeit geleistet. Das hat Ihnen ja der Vorstandsvorsitzende der SRH (Stiftung Rehabilitation Heidelberg) Stefan Spindler bestätigt. Wie Sie ihn im stz-Artikel zitierten „habe ich dort im vergangenen Jahr ein exzellentes Ergebnis hingelegt". Wie schon gesagt, ich war in den letzten Monaten nicht glücklich in Karlsbad. Spindler und ich scheiden auch nicht im Groll. Aber wir haben in bestimmten Bereichen einfach eine andere Sicht der Dinge.
Dann war ja die Anfrage aus Bad Salzungen ein Glücksfall?
Sagen wir mal so, wenn Sie nicht ganz zufrieden mit Ihrer Tätigkeit sind, reagieren Sie sensibler auf Angebote. Die Anzeige aus Bad Salzungen las sich gut. Ich kannte den Personalberater. Also habe ich nachgefragt. Und so kam der Kontakt nach Bad Salzungen zustande.
Oder bereiten Sie die Übernahme des Bad Salzunger Klinikums durch die SRH vor?
Ich bin keine Speerspitze der SRH in Bad Salzungen. Das kann ich definitiv ausschließen. Dafür wäre ich auch nicht der richtige Mann, denn ich lasse mich nicht instrumentalisieren. Natürlich beobachtet auch die SRH den Markt an Krankenhäusern aufmerksam und sondiert das eine oder andere Angebot. Doch am Markt gehandelt werden nicht die ökonomisch gut aufgestellten Häuser wie das Bad Salzunger Krankenhaus. Das wäre auch gar nicht erschwinglich. Gehandelt werden die angeschlagenen Kliniken mit erheblichen Sanierungsbedarf und dazu gehört das Bad Salzunger Krankenhaus nicht.
Wie schätzen Sie das Klinikum Bad Salzungen ein?
Wie ich schon sagte: Nach dem ersten Eindruck bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass das Bad Salzunger Krankenhaus sowohl ökonomisch als auch medizinisch gut aufgestellt ist. Zu Details möchte ich mich heute noch nicht äußern. Das wäre unseriös.

Also hat Ihr Vorgänger Wolfgang Mauritz gute Arbeit geleistet?
Ich kenne den Geschäftsführer Mauritz nicht persönlich. Auch von den Vorfällen habe ich erst im Rahmen des Bewerbungsverfahrens erfahren. Ich kann dazu nur sagen, dass es heute nicht so viele Krankenhäuser gibt, die ökonomisch gut aufgestellt sind.
Welche Ziele haben Sie mit dem Bad Salzunger Klinikum?
Hier bitte ich um Verständnis, dass ich dazu noch nicht viel sagen möchte. Ich habe einen ersten Eindruck, doch um Ziele zu entwickeln, bedarf es noch einiger Zeit. Es gab gestern den ersten Kontakt mit der Chefarztrunde. Jetzt schon einen Weg vorgeben zu wollen, wäre unseriös. Es gibt viele Möglichkeiten, um ein regionales Gesundheitszentrum für die Region und den Kreis zu entwickeln. Die Ausgangsposition in Bad Salzungen ist gut. Mir fällt das Stichwort integrierte Versorgung ein. Das geht natürlich nicht ohne die niedergelassenen Ärzte vor Ort. Aber um ins Detail zu gehen, fehlen mir einfach noch zu viele Mosaiksteinchen in dem Puzzle. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit bin ich gern bereit, Ihre Fragen detailliert zu beantworten.
Sind Sie auch Geschäftsführer der beiden Gesellschaften des Klinikums, der Seniorenpflege und der Servicegesellschaft?
Das ist mir bisher nicht bekannt. Ich bin von September an Geschäftsführer des Klinikums Bad Salzungen. Die Geschäftsführung der beiden anderen Gesellschaften wurde noch nicht an mich herangetragen. Das zu entscheiden, ist die Aufgabe des Aufsichtsrates und des Gesellschafters. Ich für meine Person stehe für alles offen.
Auch wenn Sie wissen, dass die Servicegesellschaft Ihrem Vorgänger das Genick gebrochen hat?
Das habe ich nur am Rande mitbekommen. Und es ist für mich auch nicht relevant. Ich würde eine Servicegesellschaft nutzen, wenn sie existiert.
Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil charakterisieren?
Kommunikation ist mir wichtig. Auch dass manche Dinge konsensfähig sind. Allerdings, und das habe ich auch den Mitarbeitern gesagt, sind durch mich auch Entscheidungen zu fällen.
Was verlangen Sie von Ihren Mitarbeitern?
Dass sie dem Wechsel offen gegenüberstehen und bereit sind, die Möglichkeiten des Hauses zu entwickeln. Ich erwarte auch, dass jeder bereit ist, Verantwortung für seinen Bereich zu übernehmen, um eine gemeinsame Struktur zu schaffen.
Kennen Sie Bad Salzungen und Thüringen?
In der Bewerbungsphase war ich mehrfach in Bad Salzungen. Den See finde ich schön. Ansonsten kenne ich Suhl und Gera ein wenig. Dort hat die SRH die beiden Kliniken und die Geschäftsführerberatungen wurden früher immer im Wechsel in den einzelnen Häusern abgehalten. Sie haben vorhin von der Thüringer Provinz gesprochen. Ich komme auch vom Land. Karlsbad hat etwa 5000 Einwohner.
Wo werden Sie leben?
Meine Frau ist Beamtin. Also werde ich mir erst einmal eine Wohnung in Bad Salzungen suchen und dann muss irgendwann eine Entscheidung fallen.
Sie sind ein Mann des Wechsels.
Wie lange wollen Sie in Bad Salzungen bleiben?

Das wird die Zeit zeigen. Ich war sieben Jahre lang in Ludwigshafen. Und damit denke ich, habe bewiesen, dass ich auch sesshaft sein kann.

 
 
 

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