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KLINIKUM BAD SALZUNGEN Neuer Geschäftsführer steht in den Startlöchern
FW, 08.06.2005

BAD SALZUNGEN - Spätestens am 1. September wird er die Stelle des Geschäftsführers des Klinikums Bad Salzungen antreten: Harald Muhs heißt der Neue, der am Dienstag von Aufsichtsratsvorsitzender Claudia Döring vorgestellt wurde. Den Beschäftigten des Klinikums und den Chefärzten hatte er sich schon am Vortage vorgestellt. „Interessierte Spannung" habe er wahrgenommen, sagte Muhs - natürlich war man im Klinikum neugierig auf den Neuen.

„Man muss sich nun noch weiter beschnuppern", sagte Harald Muhs, der eine aufgeschlossene Atmosphäre gespürt hat. Man habe ihm schon sehr genau zugehört, Fragen habe es aber keine gegeben. Dazu sei es wohl auch noch zu früh, räumt er ein.
Noch ist Muhs im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach als Geschäftsführer beschäftigt - eine Klinik, die mit rund 600 Betten etwas größer ist als das Bad Salzunger Klinikum. Nicht im Streit gehe er dort, man könne sich noch in die Augen sehen. Allerdings sei seine Entscheidung, wegzugehen, schon eine bewusste gewesen: „Als ich dort anfing, gab es eine Zentrale, die sich auf bestimmte Dinge fokussierte, aber den Geschäftsführern relativ freie Hand ließ - diese Strategie hat sich gewandelt, darum habe ich eine klare Entscheidung getroffen." Noch bis in den Spätsommer ist Muhs beim SRH gebunden.

Verfügbarkeit kein Kriterium
„Sofortige Verfügbarkeit war aber auch kein Kriterium bei der Entscheidung für einen Geschäftsführer", sagte Claudia Döring, die Aufsichtsratsvorsitzende. Unter rund 70 Bewerbern haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung „einvernehmlich die Entscheidung für Herrn Muhs getroffen", so Döring. Ausschlaggebend sei seine Kompetenz gewesen - nicht nur von der Ausbildung her, sondern auch von den Erfahrungen in der Geschäftsführung in einem kommunalen, einem kirchlichen und einem privaten Krankenhaus. „Es kann der Klinik nur nutzen, wenn jemand solche Erfahrungen hat."
Fast im gleichen Atemzug tritt sie Gerüchten entgegen, „die ich als Aufsichtsratsvorsitzende schon wahrnehme: dass man über eine Privatisierung nachdenke". Döring verneinte solche Absichten deutlich. „Es gibt keinerlei Absichten, hier über Veränderungen nachzudenken" - weder im Aufsichtsrat noch beim Kreistag. Gerüchte dieser Art verunsicherten nur die Mitarbeiter.
„Ich bin nicht hierher gekommen, um dem SRH irgendwelche Felder zu bereiten", betont auch Harald Muhs. Er habe sich bewusst von der SRH-Geschäftsführung gelöst, „um der Geschäftsführerfunktion in einer anderen Einrichtung besser nachkommen zu können". Sein Eindruck: „Ich habe hier die Unterstützung des Aufsichtsrates und der Gesellschafterversammlung." Und er hofft, auch der Belegschaft. Bei der habe er jedenfalls den Eindruck gewonne, sie sei bereit, sich mit der neuen Geschäftsführung auf neue Wege zu begeben.
Welche Wege er damit meint, wollte Muhs noch nicht weiter beschreiben. Dafür sei es noch zu früh. Ihm fehlten noch viele Facetten in der Wahrnehmung des Bad Salzunger Klinikums.
Aufsichtsratsvorsitzende Claudia Döring sprach davon, dass in der Zeit der Interimsgeschäftsführung von Friedrich Schlecht die „Pläne für die Zukunft des Hauses weiterentwickelt wurden", doch wolle man diese noch nicht frühzeitig öffentlich diskutieren. Daran hätten die Führungskräfte und alle im Hause mitgewirkt.
Friedrich Schlecht, der das Klinikum, die Servicegesellschaft und den Seniorenservice führte, sprach sie den Dank aus. Bis Muhs beginnen könne, werde es einen „verstärkten Kontakt geben". Bis zu den wichtigen Budgetverhandlungen sei der neue Geschäftsführer an Bord.

„Tagesangelegenheiten sind mein Geschäft", formuliert der neue Geschäftsführer seinen Anspruch. Strategische Entscheidungen dagegen seien mit allen Beteiligten zu diskutieren. Das Bad Salzunger Klinikum sei ein Regionalversorger - „daran wird sich nichts ändern", so Muhs. Es gebe viele Möglichkeiten, die der Gesetzgeber offenhalte, um dies auszubauen. Dazu brauche man auch die Partner vor Ort. Die Position des hiesigen Klinikums beurteilt der neue Geschäftsführer als sehr gut. „Ordentliche ökonomische Rahmenbedingungen, die medizinischen Verhältnisse in der Grund- und Regelversorgung sehr gut - und das größte Pfund ist das neue Gebäude selbst." In Bad Salzungen würden trotz geringerer Bettenzahl sogar 4500 Patienten mehr im Jahr behandelt als in seiner bisherigen Klinik.
„Wir wissen, dass das Klinikum Bad Salzungen zukunftsorientiert aufgestellt ist und erwarten gar keine gravierenden Veränderungen, die nötig wären", pflichtet Claudia Döring bei. Dennoch seien gewiss Weichen neu zu stellen, und daran wurde auch bereits gearbeitet, sagt sie. Harald Muhs empfindet Bad Salzungen als „von den Fachrichtungen her gut aufgestellt, um langfristig am Markt zu bleiben". In Chirurgie, Psychiatrie oder auch der Inneren Abteilung habe er Hervorragendes gehört, wolle jedoch eigentlich keinen besonders hervorheben.

Von Vorwürfen nichts gewusst
Von den Querelen um Vorgänger-Geschäftsführer Wolfgang Mauritz hat Harald Muhs nach eigenen Worten übrigens nichts gewusst, als er sich bewarb. Die Stellenausschreibung habe ihn interessiert, die Personalagentur kannte er - also habe er sich gemeldet. Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung haben die Entscheidung für Harald Muhs schon vor einigen Wochen gefällt, so Claudia Döring. Doch hätten noch einige Dinge geklärt werden müssen.
„Wir haben uns die Entscheidung aus dem großen Kreis der Bewerber nicht leicht gemacht", sagt sie. Nach Empfehlung der Personalagentur hatte man eine Vorauswahl unter den Anwärtern getroffen, erklärt Claudia Döring. Der Aufsichtsrat habe die Empfehlungen ausgewertet, etliche Vorstellungsgespräche wahrgenommen. Auch der Landrat als Gesellschafter habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt.
Nach einer „relativ langen und für die Mitarbeiter nicht einfachen Phase", so Döring, habe man nun eine Lösung auf Dauer gefunden, „mit der das Klinikum sich auf die Veränderungen konzentrieren kann, die mit den Änderungen aus der Gesundheitsreform kommen, und darauf, sich auf dem Markt zu behaupten". „Wir haben nach vorn zu blicken." Das Image der Klinik sei positiv - „Ich bin zuversichtlich, dass das auch so bleibt", so Döring.
Muhs ist als Geschäftsführer des Klinikums engagiert, nicht für Servicegesellschaft und Seniorenservice. Ob es weiter eine gemeinsame Geschäftsführung gebe, sei mit den Gesellschaftern noch zu besprechen, so Döring. (fr)


Aufsichtsratsvorsitzende Claudia Döring stellte Harald Muhs vor. Rechts: Friedrich Schlecht. - FOTO: MATZ

 
 
 

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