Home Pressespiegel Presseartikel 2005 Bis 2007 werden dem Klinikum Bad Salzungen 2,4 Prozent weniger Patienten prognostiziert.
Bis 2007 werden dem Klinikum Bad Salzungen 2,4 Prozent weniger Patienten prognostiziert.
stz, 21.06.2005
Das Spektrum der Klinik erweitern! Die Behandlungszahlen Südthüringer Kliniken werden bis 2007 um bis zu 5 Prozent sinken. Das ergibt eine Expertise der Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung (Gebera), die im Auftrag des Sozialministeriums als Baustein für den fünften Thüringer Krankenhausplan erstellt wurde.

BAD SALZUNGEN - „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können mit solchen Entwicklungen wie zurückgehenden Fallzahlen umgehen." Dem Medizincontroller und Gynäkologen Joris Schikowski vom Klinikum Bad Salzungen sind die Prognosen der Gebera bekannt. „Der Rückgang der Zahlen ist nicht verwunderlich, wir wissen doch, dass die Bevölkerungszahlen sinken."

Mit 2,4 Prozent, die dem Bad Salzunger Klinikum prognostiziert werden, liegt das Krankenhaus weit unter dem errechneten Durchschnitt. „Im Jahr 2004 hatten wir 14 000 Patienten und eine Betten- auslastung von durchschnittlich knapp 80 Prozent", erzählt der Mediziner. „Wir sind mit den Zahlen zufrieden und können betriebs- wirtschaftlich gut damit umgehen." Deutlich wird laut Gebera der Rückgang besonders in den Fachbereichen der Gynäkologie und Geburtshilfe und der Kinderheilkunde. „Wir wissen aus der Bevölkerungsstatistik, dass viele junge Leute abwandern, deshalb sind die Prognosen so hoch", so Schikowski. Dennoch werde die Geburtshilfe im Klinikum sehr gut angenommen. Steigende Geburtenzahlen belegen dies. „Währen wir in 2002 noch 527 Geburten hatten, sind 2004 586 Kinder geboren worden." In der Kinderheilkunde sind die Möglichkeiten der Mediziner des Klinikums erweitert worden. „Kranke Neugeborene werden nur noch in seltenen Fällen nach Eisenach verlegt", erklärt der Arzt. „Wir versuchen junge Muttis an uns zu binden, indem sie mit unserem Haus bei der Geburt zufrieden sind." So komme eine Mutter auch gerne wieder mit ihrem Kind in das Klinikum. „Durch eine Gesetzesänderung ist es jetzt auch möglich, dass Mutti oder Vati bei sehr kleinen Kindern oder bei sehr kranken Kindern mit aufgenommen werden können." Die Krankenkasse trage bei medizinischen Notwendigkeiten die Kosten. „Beispielsweise bei an Diabetes erkrankten Kindern, die eine umfassende Diätschulung benötigen, kann ein Elternteil mit aufgenommen werden und mitgeschult werden." Noch vor drei Jahren sei, in der Entwurfsvorlage des jetzt gültigen Bettenplanes diskutiert worden, die Kinderstation zu schließen, so Joris Schikowski, „Es war eine gemeinschaftliche Aktion aller Mitarbeiter, dass wir die Station halten konnten." Eine Aktion, die sich auszahlte: Während die Patienten- zahlen der Kinderstation 2001 bei 667 Patienten lag, erhöhte sie sich 2004 auf 890 Patienten. Bei operativen Leistungen verzeichne das Krankenhaus weniger stationäre Patienten als zuvor, obwohl genauso viel Patienten operiert würden, erklärt der Arzt.

 

„Das kommt daher, dass besonders im Fach- gebiet der Gynäkologie von dem stationären Bereich vieles in den ambulanten verlegt wurde." Das Krankenhaus bemühe sich jedoch durch bessere Angebote für den Patienten, wie das ambulante Operieren, eine noch bessere Versorgung für Patienten zu erzielen. Ebenso verhalte es sich im Bereich der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde. „Während früher die Patienten zwei bis drei Tage im Krankenhaus verbringen mussten, sind sie heute am Abend schon wieder zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung." Dies läge unter anderem auch an den heute viel verträglicheren Narkosen. „Die Patienten sind nach dem Erwachen sofort ansprech- bar und können nach sechs bis sieben Stunden wieder entlassen werden", erklärt der Mediziner. Die Auswirkungen der sinkenden Patientenzahlen wurden von den Mitarbeitern des Klinikums bedacht. „Wir wissen, dass wir bei weniger Patienten auch weniger Einnahmen haben, aber wir haben ja mehr ambulante Patienten." Neue Einnahme- quellen sollen das Spektrum der Klinik erweitern. „Wir bieten beispielsweise neue Operationen an, um zusätzliche Patienten an uns zu binden", erklärt der Fachmann. Im Bereich der Inneren Medizin könne man in der Lungenheilkunde Patienten behandeln, die in den vergangenen Jahren nicht im Klinikum so spezialisiert hätten versorgt werden können. Dennoch gebe es auch Fachgebiete, die sich auch nach Meinung der Gebera entgegen dem Trend entwickeln. „In den Bereichen der Psychiatrie und der Inneren Medizin werden wir laut Prognose mehr Patienten haben." Auf den Altersstrukturwandel der Menschen gehe dies zurück, vermutet Joris Schikowski. „In der Psychiatrie kommen soziale und gesellschaftspolitische Aspekte hinzu. Außerdem gab es hier bis in die letzten Jahre hinein einen Mangel an stationären Behandlungsplätzen". Die Aufstockung der Psychiatriebetten sei bereits bewilligt worden, da dringender Handlungsbedarf bestehe, so der Arzt. Derzeit sei die Geschäftsführung des Krankenhauses noch in der Planungsphase. (mac)


Das Behandlungsspektrum des Klinikums soll zuküftig erweitert werden!

 
 
 

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