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NEHEMEN UND GEBEN -
stz, 02.11.2005
Unerwartet großes Interesse an Gründung einer lokalen Gruppe

Das Thema ist eher unerwünscht, die Aufgabe ist schwierig. Manchmal zeitaufwändig, wahrscheinlich belastend, immer ehrenamtlich - die Begleitung sterbender Menschen. Aber: Er müsse offenbar, sagt Eckhard Vinz, von seiner Einschätzung lassen, "dass die Gesellschaft das Thema Tod verdrängt". In Bad Salzungen haben sich - für die, die eingeladen hatten, überraschend viele - Männer und Frauen getroffen, um eine Hospizgruppe zu gründen.

BAD SALZUNGEN - Noch wurde die Gruppe nicht gegründet - noch ist zu viel zu klären. Aber man sei, so Eckhard Vinz, Mitarbeiter im Seniorienbüro, "einen großen Schritt weiter". Ziel ist, erklärt die Ärztin und Mitinitiatorin Dr. Christina Ebert, denen, die das wünschen, Begleitung in den letzten Monaten, Wochen des lebens anbieten zu können - "ein Akt der Menschlichkeit". Dessen Bandbreite sich nicht festlegen lässt. Bloße Anwesenheit, ein Gespräch, den Angehörigen zuhören, ihnen ein paar Stunden Freiraum verschaffen. Oder wochen- und monatelange Auseinandersetzung, viele Gespräche, lange an einem Bett wachen. Auf jeden Fall, sagt Eckhard Vinz, "eine Aufgabe, die den ganzen Menschen braucht". In Schmalkalden, Meiningen und Eisenach gibt es ambulante Hospizgruppen, in und um Bad Salzungen und in der Rhön nicht. 26 Gruppen sind es in ganz Thüringen, zusammengefasst in der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz, die Petra Schäfer vertritt. Sie ist nach Bad Satzungen gekommen, um die OrganisationsDie gepriift werden, "es gibt Ausschlusskriterien". Etwa ein "akutes Verlusterlebnis" - zur Verarbeitung eigener Thauer tauge die Hospizarbeit nicht. Wer den Eindruck mache, ein "Helfersyndrom" zu haben oder auf die "Verarbeitung eigener Defizite" hoffe, sei "nicht geeignet", Anfragen von Mitarbeitern in Bestattungsuntemehmen bescheide man abschlägig. formen zu erklären, um auf "die einfachen praktischen schwierigen Dinge" hinzuweisen, die einer Gründung vorausgehen, auf Fragen zu antworten. Und sie lenkt behutsam, aber bestimmt zu den "Fragen, die Sie sich stellen müssen", zur Notwendigkeit der "Auseinandersetzung, die Sie mit sich selbst führen müssen". Es sei ein "wichtiger Prozess" bis zum Beginn der Arbeit, bestätigt Susanne Krebs. Sie koordiniert die ökumenische Hospizgruppe in Eisenach. Es genüge nicht, sich zu fragen, "kann ich das?", sich selbst" wichtig genug" zu sein, um "die persönlichen Grenzen" zu erkennen, den "Umgang mit dem eigenen Tod" reflektiert zu haben. Wer "mittun will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen". Die gepriift werden, "es gibt Ausschlusskriterien". Etwa ein "akutes Verlusterlebnis" - zur Verarbeitung eigener Thauer tauge die Hospizarbeit nicht. Wer den Eindruck mache, ein "Helfersyndrom" zu haben oder auf die "Verarbeitung eigener Defizite" hoffe, sei "nicht geeignet", Anfragen von Mitarbeitern in Bestattungsuntemehmen bescheide man abschlägig.

Dr. Roland Schneider, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmediziner am Klinikum in Bad Salzungen, weist aus "Erfahrung mit dem Umgang mit Sterbenden" überdies auf die Notwendigkeit eines intakten Umfeldes eines Sterbebegleiters hin - die Familie müsse das Ehrenamt mittragen. Auch wenn, sagt Susanne Krebs auf die Frage, "was ist, wenn es wirklich schwierig wird", jede Begleitung von "einem Unbeteiligten" begleitet wird. Wer entscheidet, sich der Hospizgruppe anzuschließen, wird in Kursen vorbereitet. Die Ausbildung umfasst auch ein dreimonatiges Praktikum in einem Alten- oder Pflegeheim, aber "nicht mit sterbenden Menschen". Die Entscheidung, betont Petra Schäfer, "muss wachsen, Sie müssen sich Zeit lassen". Zeit werde es auch brauchen, festzulegen, in welcher Form sich die Gruppe organisieren wolle - Vereinsgründung oder Suche nach einem Träger. Es habe sich gezeigt, "dass es günstig ist, wenn ein Träger da ist". Auch um "ein bisschen finanziellen Rückhalt" zu bieten die Ausbildung muss bezahlt werden, ein Telefondienst eingerichtet, die Koordination geregelt. Um zu gewährleisten, ergänzt Susanne Krebs, dass den Ehrenamtlichen "wenigstens die Fahrtkosten erstattet werden können", sei auch Öffentlichkeitsarbeit erforderlich - "man muss sich um Spenden kümmern". Grundsätzlich, sagt Petra Schäfer, "sind unsere Dienste kostenlos". Man unterscheide nicht "ob arm, ob reich", nach Konfession oder anderen Kriterien. Man sei allein "der großen Idee" verpflichtet, die im Wort "Hospiz" liege - "Fürsorge". Alle die, "die wir begleiten, sind Lebende", jeder Lebende" wird auch sterben". Und man sehe "die wechselseitige Beziehung", die in einer Sterbebegleitung entstehe. Einer schwierigen Aufgabe. Manchmal zeitaufwändig, wahrscheinlich belastend, immer ehrenamtlich. Aber "die Begleiter nehmen auch, sie geben nicht nur" . Alle, die an der Gründung einer Hospizgruppe interessiert sind, sollen jetzt sich und ihre Familie befragen. Zum nächsten Treffen am 24. November wollen Eckhard Vinz, Dr. Christina Ebert und Dr. Roland Schneider mögliche Träger einladen. Und, "alle, die ernsthaft wollen" (m)

 
 
 

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