Home Pressespiegel Presseartikel 2004 „Überraschend und echt traurig"
„Überraschend und echt traurig"
stz, 19.04.2004
Kurz vor dem Heimflug wurde Baby Mohammad wieder krank - jetzt ist er zurück in Bad Salzungen
Viele Tränen waren geflossen, Ende Januar. Abschiedstränen, weil viele Menschen Mohammad, den tapferen Kleinen mit dem sonnigen Gemüt, so liebgewonnen hatten. Und Freudentränen, weil es dem Kind aus Mghanistan, das mehrere Monate im Klinikum Bad Salzungen behandelt worden war, wieder gut ging. Dass Mohammad jetzt wieder da ist, sagt Dr. Kathrin GeorgiRubner, "tut uns unendlich leid", Auch wenn "wir uns freuen, dass wir ihn hier haben".

BAD SALZUNGEN - Als man Mohammad zur Vorbereitung auf die Heimreise ins Friedensdorf Oberhausen brachte, "ging es ihm super", erzählt Kathrin Georgi-Rubner, Oberärztin im Klinikum. Mehrere Operationen und eine intensive Behandlung mit Antibiotika hatte das Kind hinter sich, die Krankheit schien eingedämmt. "Ganz geheilt werden kann sie nicht" die eitrige Knochenentzündung, mit der Moharnmad wahrscheinlich schon geboren wurde, "kann immer wieder kommen". In den ersten Monaten seines Lebens, vermutet Kathrin Georgi-Rubner, "wird er gefiebert haben, aber äußerlich war nichts zu sehen". Erst nach intensiven Untersuchungen in Bad Salzungen habe man das "seltene, schwierige Krankheitsbild, mit dem sich kaum jemand auskennt" feststellen können. Der Knochen in der Hüfte aber "war schon kaputt, zerfressen". Das Ärzte- und Pflegerteam im Klinikum hatte es dennoch geschafft, Mohammad so zu behandeln und zu versorgen, dass er schon fast laufen konnte, als er abreiste. Drei Tage bevor er habe nach Hause fliegen sollen, wo die Eltern auf ihr Baby warten, sei die Infektion wieder ausgebrochen, sagt die Ärztin. Was immer passieren könne - "die Krankheit ist chronisch, eine kleine Schwächung des Immunsystems kann genügen". Mohammad hatte "wieder eine offene Stelle am Oberschenkel, die geeitert hat", wurde im Krankenhaus Oberhausen operiert.

 

Und "dann kam aus dem Friedensdorf die Anfrage und die ganz große Bitte; ob witihn noch mal nehmen würden". Man sei"überraschtund echt traurig" gewesen, sagt Kathrin Georgi-Rubner. Aber" wir haben uns auch gefreut" - dass "der humanitäre Gedanke im Haus" die Klinikleitung habe entscheiden lassen, das Kind wieder zu übernehmen, wieder unentgeltlich zu behandeln und zu versorgen. "Und alle helfen mit". Mohammad ist jetzt in Bad Salzungen ein weiteres Mal operiert worden; Er sitzt in seinem Bettchen, spielt mit einer großen Puppe. "Mohammad möchte keinen Nuckel, er ist schon ein Großer", steht auf einem Zettel an der Wand. Und auch deshalb, weil er schon "ein Großer" ist, soll er "schnellstmöglich zurück in seine Heimat" - er soll in seiner Muttersprache reden und verstehen lernen, er soll dort aufwachsen, wo er zu Hause sein wird. Auch dies ist ein Teil der humanitären Hilfe - die Kinder nicht zu entwurzeln. Man habe die Behandlung mit Antibiotika, die noch mehrere Monate fortgeführt werden müsse, umgestellt - Mohammad bekommt jetzt leichter zu verabreichende Kapseln, keine Spritzen mehr. Und man erkundige sich nach einem Facharzt in Mghanistan, der sich um den kleinen Jungen kümmern könnte. Demnächst, sagt Kathrin Georgi-Rubner, werde geklärt, wann Mohammad "endlich heim kann". (m)

Trotz seiner Krankheit ein vergnügtes Kind: Mohammad, der im Klinikum Bad Salzungen ein weiteres Mal unentgeltlich behandelt wird. Und versorgt– hier von der Krankenpflegeschülerin Romy Korngiebel. Aber, sagt Oberärztin Kathrin Rubner-Georgi: „Alle helfen mit“. FOTO: HEIKO MATZ

 
 
 

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