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stz, 23.10.2004
Leckeres Gulasch aus dem Keller: Seit dem Umzug hat sich für die Mitarbeiterinnen viel geändert Das Herzstück in der Küche des Bad Salzunger Klinikums ist nicht etwa die hochmoderne Kochanlage, sondern die computergesteuerte Menüwunscherfassung.
Täglich befragen Mit- arbeiterinnen der Servicegesellschaft die Patienten des Hauses, um ihre Speisenbestellungen für das Mittagessen, den Nachmittagskaffee und das Abendessen für den nächsten Tag zu notieren. Früher geschah das auf einem vorgedruckten Kostzettel. Heute werden die Wünsche in kleinen Computern gespeichert, die nicht viel größer sind als längliche Tischkalender.
AD SALZUNGEN - Wer in der Küche des Bad Salzunger Krankenhauses den Duft dampfender Suppen und schmorender Braten genießen möchte, muss früh aufstehen. Zwischen sieben und zehn Uhr morgens herrscht hier Hochbetrieb am Herd. Dann werden die Druckgarkessel angeschaltet, die zwischen einhundert und zweihundert Liter Fassungsvermögen haben, die Garböden elektrisch angeheizt, auf denen 60 Schnitzel gleichzeitig brutzeln können und im manns- hohen Schockkühler werden Puddingspeisen innerhalb kurzer Zeit abgekühlt, um die Salmonellengefahr zu bannen. Der Speise- plan heißt hier intern Produktionsplan und die Zutaten werden ganz nüchtern als Komponenten bezeichnet. Rund 750 Portionen verlassen täglich im Schnitt die Küche, denn neben den Patienten im Klinikum beziehen auch die Mädchen und Jungen der Kinder- tagesstätte "Regenbogen" in Bad Salzungen, das Dialysezentrum oder die psychiatrische Tagesklinik Essen aus dem Untergeschoss im Krankenhaus. Seit vier Jahren gehören die über dreißig Mitarbeiterinnen in der Küche zur Servicegesellschaft Bad Salzungen GmbH, einem Tochterunternehmen der Klinikum Bad Salzungen gGmbH und der P. Dussmann GmbH. Dass Miteigentümer Peter Dussmann nicht nur mit Küchenlogistik gut Geld verdient und deshalb auch Bundestagsabgeordnete im Regierungsviertel und Passagiere in Flug- zeugen beliefert, sondern zudem gerne Literatur vertreibt, erlebt der Berlin-Besucher, der in Dussmanns "Kulturkaufhaus" bis abends 22 Uhr Bücher, CDs und PapierWaren erwerben kann.
Mit dem Umzug vom einstigen Dr.-Sulzberger -Gymnasium in das Klinikum in der Lindig- allee waren auch in der Küche Groß- investitionen nötig. Die Gartechnik wurde neu angeschafft, die Essenverteilung von der Großportionierung auf das Tablettsystem umgestellt und über zehn Mitarbeiter neu in das Team aufgenommen. Dennoch ist der Speiseplan nicht anders als der in vielen gutbürgerlichen Restaurants. Nur dass der Patient im Krankenbett, sofern ihm nicht der behandelnde Arzt eine bestimmte Kost vorgeschrieben hat, wählen kann zwischen Vollkost und leichter Vollkost, vegetarischer oder diabetischer Küche. Auch ein Kindermenü gibt es täglich. Die Gerichte wurden gemeinsam mit den Diätassistenten des Hauses erarbeitet. So ist immer garantiert, dass das Essen schmeckt und auch gesund ist. Deshalb sind Pfeffersteaks hier nicht ganz so pfeffrig wie vielleicht am heimischen Herd, Reisbrei nicht ganz so buttrig und das Broccoligemüse kommt nicht zermatscht auf den Tisch, sondern schonend gegart. Spezialitätenwochen bieten zudem Abwechslung je nach Jahreszeit oder Ereignissfülle im Alltag. Zur Olympiade in diesem Sommer wurden südländische Gerichte angeboten, im November ist eine Wildwoche geplant. Wenn es Beschwerden gibt, dann kümmert sich Küchenleiter Rainer Kofink meist selbst darum. In der Küche trägt Barbara Löppen die Verantwortung. "ich habe ein Spitzenteam", lobt der Rheinland-Pfälzer. Er ist der einzige Mann in der Küche. (ks)
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