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stz, 19.11.2004
Im Klinikum Bad Salzungen freuen sich Ärzte und Hebammen über die 500. Geburt im Jahr - Anton Die Gäste sind seinetwegen da. Die Hebamme, die Chefärztin und der Direktor. Aber Anton kümmert der ganze Rummel um seine Person kaum. Eher gar nicht. Anton ist satt, zufrieden und sieht ein bisschen schläfrig aus.
BAD SALZUNGEN - Es braucht ihn ja auch nicht zu kümmern, was im Klinikum Bad Salzungen gefeiert wird - dass seine Geburt die 500. in diesem Jahr ist. Über die sich Dr. Kornelia Franke, Chefärztin der Frauenklinik und Dr. Kurt Bauer, Chefarzt und Ärztlicher Direktor auch deshalb freuen, weil, sagt Kurt Bauer, "eigentlich überall Geburtenrückgang zu verzeichnen ist". Und es sei schön zu sehen, "wenn Eltern so glücklich sind". Anton kann sich freuen, dass er in ein Nest geboren wurde, das liebevoll für ihn bereitet ist. Tatjana Ditz und Vater Vladimir Zverev aus Bad Salzungen freuen sich, sagt die Mutter, "sehr, sehr über unseren ersten Sohn". Der - 53 Zentimeter groß, 4070 Gramm schwer-am 15. November zur Welt gekommen ist. Und keinesfalls vom Storch gebracht wurde. Die kleine Figur hat Kurt Bauer nur in den Blumenstrauß gesteckt, um Tatjana Ditz "die Illusion zu geben, dass es so einfach war". War es nicht, bestätigt Brigitte Kettner, die Hebamme. "Ein bisschen an- strengend", gibt Tatjana Ditz zu, "es war eben das erste Mal".
Aber sie sei "so sehr dankbar für alles, was man hier für mich tut", fühle sich so gut betreut, "dass ich beim nächsten Mal wiederkomme". Worauf Kornelia Franke und Kurt Bauer hoffen. Im vergangenen Jahr sind im Klinikum 560 Geburten, 566 Kinder, gezählt worden. "Ein Hoch, das wir dieses Jahr noch übertreffen könnten", schätzt Kurt Bauer. Möglich, sagt Kornelia Franke. Die meisten Kinder seien bisher in diesem Jahr im Oktober geboren worden, "fast ein Boom". Allerdings - die Chefärztin lacht - "kommen im Dezember noch die Karnevals- kinder". Sind die Zeiten doch nicht so schlecht, wenn wieder mehr Menschen sich entschließen, Kinder zu bekommen? Es könnte auch umgekehrt sein, meint Kornelia Franke. Studien hätten ergeben, dass die Geburtenrate sprunghaft steige "in Zeiten, in denen man Verlustängste erlebt". Das sei nach dem 11. September 2001 so gewesen, "nach dem Weltkrieg auch". Anton kümmert das alles kaum. Eher gar nicht. Das Jubiläums -Baby ist satt, zufrieden und willkommen. (m) |