stz, 30.12.2004 Ab 3. Januar ist ärztlicher Bereitschaftsdienst neu geregelt. Zentraler Anlaufpunkt für den ambulanten ärztlichen Bereitschaftsdienst ist ab dem 3. Januar das Bad Salzunger Klinikum. Außer für den Versorgungsbereich Kaltennordheim, für den sich nichts ändert, weil zu ihm auch Teile des Altkreises Meiningen gehören, ist die Notfalldienstzentrale unter 03695/644644 erreichbar.
BAD SALZUNGEN - Eigentlich hatte Dr. Siegfried Lakomy, der seit 15 Jahren als Notfalldienst-Obmann der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen für den Altkreis organisiert, ein anderes Modell favorisiert, als sich abzeichnete, dass aus verschiedenen Gründen (siehe auch Kommentar) der Bereitschaftsdienst so nicht mehr aufrechtzuerhalten war: "Wir haben auf ein Dispatching über die Leitstelle des Wartburgkreises gesetzt. Aber die Verhandlungen haben zu nichts geführt, so dass wir es anders organisieren mussten." Denn auch für die nächsten Jahre wird die Situation unter der Ärzteschaft im Altkreis, deren Durchschnittsalter bei 53,9 Jahren liegt, nicht besser, eher schlechter: "In den nächsten fünf Jahren haben wir einen Abgang von 15 bis 20 Kollegen zu verkraften!" So musste das Team um ihn und Dr. Rita Heidt von der Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung völliges Neuland beschreiten, wobei das neue Modell von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen als "innovativ" angesehen wird. Beteiligt am neuen Bereitschaftsdienst sind von den rund 95 niedergelassenen Ärzten im Altkreis aus unterschiedlichsten Gründen, so Krankheit, etwa 70. Dr. Lakomy sieht für sie aber auch Vorteile: "Sie sind jetzt drei bis viermal im Quartal in den Bereitschaftsdienst eingebunden. Vorher war es einmal in der Woche, also zwölf Dienste im Quartal."
Zu betreuen ist von Bad Salzungen ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 40 Kilometern, so dass auch längere Wartezeiten bei notwendigen Hausbesuchen nicht ausgeschlossen sind. Der so genannte Sitzdienst hält seine Sprechstunde im Klinikum am Montag, Dienstag und Donnerstag von 19 bis 23 Uhr ab, am Mittwoch und Freitag von 13 bis 23 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 7 bis 23 Uhr. Danach springt der Fahrdienst ein, der auch für Patienten zuständig ist, die bettlägrig sind und nicht nach Bad Salzungen kommen können. Für die Räumlichkeiten wurde mit dem Klinikum ein Mietvertrag zu "günstigen Konditionen"unterzeichnet. Wie Joris Schikowski, Leiter Zentrales Patientenmanageme / Medizincontrolling des Klinikums, ankündigte, werde der ankommende Patient durch Hinweistafeln optimal gelenkt. "Wir können auch die Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten des Klinikums, so Röntgen und Labor, mit nutzen. In schwerwiegenden Fällen kann auch sofort eine Krankenhausbehandlung eingeleitet werden", sieht Dr. Rita Heidt ein weiteres Positivum. Unberührt von der Neuregelung bleiben der augen- und der kinderärztliche Bereitschaftsdienst, der nach wie vor in der Zeitung angekündigt wird. Die Notfallaufnahme des Bad Salzunger Klinikums ist auch weiter für schwere Verletzungen oder Unfälle zuständig. (hn)
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