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Wasser schneidet nicht nur Steine, auch Körpergewebe
Freies Wort, 17.01.2003

Klinikum investierte in ein Wasserstrahl-Chirurgie-Gerät. Dass man mit einem Wasserstrahl unter entsprechendem Druck Steine und Metall schneiden kann, ist schon lange gängige Technologie. Doch operieren mit Wasser? Diese chirurgische Zukunft hat nun auch am neuen Bad Salzunger Klinikum begonnen.
Am Klinikum Bad Salzungen wird nicht nur das Messer gewetzt, auch der Wasserstrahl schneidet.

Am Klinikum Bad Salzungen wird nicht nur das Messer gewetzt, auch der Wasserstrahl schneidet.


BAD SALZUNGEN -„Einen Vorteil schätzen Chirurgen verschiedenster Fachrichtungen am neuen Wasserstrahlverfahren gleichermaßen: die Möglichkeit der selektiven Präparation feinster Gewebestrukturen. So zum Beispiel in der Leberchirurgie beim Trennen von Lebergewebe und gleichzeitiger Schonung der Blutgefäße. Mit der Wasserstrahltechnik bleiben auch selbst feinste Gesichtsnervenäste erhalten. Auch bei urologischen oder orthopädischen Operationen profitieren Patienten von diesem selektiven chirurgischen Verfahren und den weiteren Vorteilen: verkürzte Operationszeiten, minimierte Blutung und Schonung von Organ und angrenzendem Gewebe", so skizziert Jörg Rieger, Produktmanager Wasserstrahl-Chirurgie der Firma Erbe Elektromedizin, kurz die Vorteile des Gerätes, das seit dieser Woche im Klinikum steht.

Das Wasserstrahl-Chirurgie-System "Helix Hydro Jet" ermöglicht einen variabel regulierbaren Druck von einem bis zu 150 bar. Innerhalb dieser Bandbreite ist es für den Chirurgen möglich, den optimalen Wasserdruck für Indikation und Gewebe einzustellen.

„Nehmen wir eine Gallenblasen-OP. Beim Freipräparieren der Gallenblase mit dem Wasserstrahl wird das weiche Fett- und Bindegwebe verdrängt. Nerven und Blutgefäße bleiben erhalten und können separat versorgt werden", erläuterte er weiter.


Nerven und Blutgefäße bleiben dabei erhalten und können separat versorgt werden.

Auch Dr. Kurt Bauer, Chefarzt des Bad Salzunger Klinikums, hat diese Erfahrungen gemacht: „Wir hatten bereits das Vorgängergerät zum Testen hier und haben um die zehn Operationen vorgenommen. Und es lässt sich damit bestens arbeiten. Es war auch nur eine kurze Einführung dazu notwendig."

Er führt das Beispiel der Entfernung des Mastdarms auf Grund eines Tumores an: „Der Darmabschnitt kann mit der Technik sicher und komplett freipräpariert, das Gewebe auseinander gedrängt werden. Und das ohne Blutgefäße und Nervenstrukturen zu verletzen. Diese Vorteile durch das schonende Arbeiten wirken sich sehr positiv auf das Langzeitergebnis aus und in bestimmten Fällen muss kein künstlicher Ausgang gelegt werden. Es ist ideal für eine solche Mastdarmoperation."

Auch der Aufwand, ein solches Gerät - das zugleich das abgestrahlte Wasser wieder aufsaugt -, im OP zu installieren, läuft gegen null. Eine Steckdose reicht und es ist betriebsbereit, wie Jörg Rieger versicherte. Klinikum-Geschäftsführer Wolfgang Mauritz bezifferte die Investition für diese Neuanschaffung am neuen Krankenhaus auf rund 40 000 Euro.

Die Experten waren sich - auch nach den ersten Erfahrungen - einig, dass sich die neue Wasserstrahl-Chirurgie in den nächsten Jahren in einem ständig wachsenden medizinischen Bereich etablieren wird.

 
 
 

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