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stz, 09.05.2003
In der Eingangshalle hält ein älterer Mann seine Überweisung hin. Die netten Damne zeigen ihm, wo er sich melden muss. In der Wochenstation ist das Schreien der neuen Erdenbürger zu hören, im OP laufen die letzten Vorbereitungen. Kurz bevor Oberarzt Dr. Rudolph in den OP tritt, klinglet sein Handy. Sein Chef, Dr. Kurt Bauer, bittet ihn, in sein Arztzimmer zu kommen. Dort wartet eine Überraschung.
BAD SALZUNGEN - Die Überraschung heißt Harry Licht. Der Bad Salzunger ist ein ehemaliger Patient Dr. Rudolphs. Er wartet mit einem gr6ßen Blumenstrauß auf seinen ehemaligen Arzt. Harry Licht wandte sich als "treuer Leser der Südthüringer Zeitung" an die Redaktion, mit der Bitte ihm zu helfen, seinen Arzt zu überraschen. "Ich konnte mir kaum noch selbst helfen", schildert Harry Licht seinen damaligen Gesundheitszustand. Er sei immer auf andere angewiesen gewesen, selbst das Rasieren fiel ihm schwer. "Ieh konnte meinen Arm nicht mehr heben" Der 65-Jährige kam 2001 ins Krankenhaus Bad Salzungen, er wurde an der linken Schulter operiert. Nach geraumer Zeit machte auch die andere Schulter Probleme. Eine zweite Operation stand an. Er ging wieder zu Dr. Rudolph, der mittlerweile - wie das gesamte Haus - ins neue Klinikum am Lindig umgezogen war. Im November 2002 wurde auch die rechte Schulter operiert. Es wird meist schlecht über Gesundheitsbetreuung im Allgemeinen gesprochen. Und auch iiber das neue Klinikum habe ich schon Leute meckern hören. Jch möchte mal sagen, dass ich hier sehr gut betreut wurde, in jeder Hinsicht", lobt Licht. Oberarzt Rudolph habe sich Zeit genommen, ihm genau die Operation erklärt, sodass er nun auch keine Angst mehr davor hatte. Rudolph habe "nicht im Medizinerlatein" gesprochen, sondern so, dass auch der Laie die OP verstehen konnte. "Ich habe meine Gesundheit Ihrem Kopf, Ihren Händen und ihrem Skalpell anvertraut", sagt Harry Licht zu seinem Arzt. Auch nach der OP habe sich der Mediziner nach ihm erkundigt. Dr. Rudolph: "Das, was wir für Sie getan haben, tun wir doch für alle Patienten." "Trotzdem", entgegnet Harry Licht, "finde ich, dass das Wörtchen Dankeschön heute zu leise oder zu wenig gesagt wird."
Er möchte dies mit dieser Aktion ändern, denn nun könne er sich "wieder als Mensch fühlen". Er sei mit der Klinik insgesamt sehr zufrieden gewesen, mit dem Essen, mit der Betreuung. Die Schwestern hätten sich sehr große Mühe gegeben. Das sei "keine Schleimerei", betonte der Bad Salzunger, er sage schon, was er denke. Dr. Wolfgang Rudolph freute sich über diese außerwöhnliche Art, danke zu sagen. "Das hat man selten", weiß er, denn er ist schon seit vielen Jahren im Krankenhaus tätig. Bei Harry Licht sei die Sehnenplatteoberhalb des Schultergelenkskopfes zerrissen gewesen. Dadurch sei er erheblich beeinträchtigt gewesen, vor allem, "weil dieser Patient sehr aktiv ist und hohe Ansprüche an sich stellt". Rudolph habe die Sehne "wieder zusammengebaut". Auch der Chefarzt der Chirurgischen Klinik, Dr. Kurt Bauer, freut sich auch ob dieses Lobs für seine Mitarbeiter und witzelt an Harry Licht gewandt: "Und wenn Sie noch eine dritte Schulter hätten, würden Sie diese auch noch von Dr. Rudolph machen lassen." Beide Mediziner sagen, dass sich fast jeder Patient auf Station beim behandelnden Arzt bedanke, aber diese Überraschung hier sei "schon eine Ausnahme".
Anm.d.Red.: Auch die Heimatzeitung bekommt oft Briefe, in denen Patienten sich für die Betreuung im Klinikum bedanken. Wir leiten diese an die Klinik weiter, denn jeden Briefabzudrucken, würde unsere Kapazität sprengen. Immerhin werden in Bad Salzungen jährlich rund 14 000 Patienten pro Jahr versorgt. Wer eine Meinung zum Krankenhaus hat, kann diese zum Beispiel im Gästebuch des Klinikums auf der Internet-Website kundtun oder einfach bei den Schwestern und Ärzten vor Ort. SILKE WOLF |