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Im Bauch des Klinikums hoch über der Stadt
stz, 06.09.2003
Ein immenser logistischer Aufwand, punktgenau geplant und organisiert, war nötig, als das Krankenhaus Bad SaIzungen von semen alten Standorten in den Neubau zog. Seither thront das Klinikum auf der Anhöhe über der Stadt. Weil sich mit dem umzUg nicht nur die Bezeichnung geändert hat, gehen wir in der neuen Serie der Frage nach, wie das medizinische Räderwerk dieses Hauses funktioniert.

BAD SALZUNGEN - "Anfangs hatten wir Mühen mit der Orientierung", gesteht .Geschäftsführer Wolfgang Mauritz. Dass sich mit dem Umzug in ein anderes Gebäude nicht nur Wege, sondern auch Strukturen und Abläufe verändern können, hält Mauritz für einen positiven Nebeneffekt. Doch seine Bilanz fällt nach den ersten elf Monaten im neuen Haus gut aus. "Im ersten Halbjahr dieses Jahres konnten wir vierhundert Patienten mehr behandeln als ein Jahr davor." Der Geschäftsführer erinnert sich noch 'gut, dass nach dem Neubau des Meininger Klinikums zum Beispiel Patienten abgewandert waren. "Sie sind urückgekehrt", sagt er stolz, denn das Bad Salzunger Haus stehe den anderen Kliniken in seiner Modernität in nichts nach. Natürlich komme es auch jetzt noch vor, dass sich Patien- würden. Mit dem so genannten Beschwerde- management versucht man, die Gründe für die Unzufriedenheit auszuräumen. Regelmäßig werden die Patienten gefragt, wie ihnen das Essen schmeckt. "Nur zwei Prozent sind nicht damit zufrieden", hat das Verwaltungsteam von Wolfgang Mauritz herausgefunden. Auch bei den Wartezeiten zwischen der Aufnahme ins Klinikum und der Bettenzuweisung versucht die Verwaltung nur wenig Zeit vergehen zu lassen. "Natürlich werden die Patienten, die starke Schmerzen verspüren, bevorzugt behandelt", sagt Mauritz. Der ärztliche Direktor, Dr. Kurt Bauer, fügt hinzu, dass sich das Klinikum Bad Salzungen als schmerzarmes Krankenhaus versteht und nennt Beispiele, wo mit der entsprechenden medizinischen Betreuung Patienten nach einer Operation rasch wieder beschwerdefrei werden konnten. Dass nach der Einführung des Fallpauschalensystems (DRG) ab 1. Januar 2004 das zur kosten- technischen Regel werden muss, wissen Mauritz und Bauer.

 

Danach wird jede Krankheit zur statistischen Größe. Es wird festgelegt, wie viel das Krankenhaus für die jeweilige Diagnose berechnen darf und damit steht auch automatisch die Liegedauer fest. "Patienten werden dann nach Aktenlage beurteilt", kritisiert Geschäftsführer Mauritz die Methode. Dass der erhöhte Verwaltungsaufwand auch zur Mehrfachbelastung für Ärzte wird, fügt der Chefarzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie, Dr. Bauer, hinzu. "Nach Erhebungen verlängert sich die medizinische Dokumentationstätigkeit der Mediziner auf drei Stunden am Tag."


Computergedächtnis für den Dienstplan

Fast 700 Mitarbeiter kümmern sich im Klinikum, das aus dem 1871 gegründeten Dr.-Sulzberger-Krankenhaus hervorging, um die kranken Menschen, die hier Heilung oder Linderung ihrer Beschwerden suchen. Über 400 Betten können belegt werden. Dass die 83 Ärzte und die 271 Mitarbeiter des Pflegepersonals so effektiv wie möglich eingesetzt werden, ist ohne ein spezielles Computerprogramm nicht möglich. Anband der elektronischen Dienstplangestaltung kann nun genau kontrolliert 'werden, wer zu viele Überstunden hat und wer bei Nacht- und Wochenend-Diensten immer zur Verfügung steht. Ein halbes Jahr reicht das Computergedächtnis von ATOSS, sodass man langfristige Aussagen über das Zeitkonto eines jeden Mitarbeiters führen kann, um dann die Anzahl von anfallenden Überstunden im Griff zu behalten. -- (ks)


Blick in die Eingangshalle des Klinikums
 
 
 

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