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Freies Wort, 21.09.2002 So muss ein Künstler aussehen. Peter-Andreas Mothes eilt mit sonnengebräuntem Gesicht und wehendem weißen Haar heran. Die Mappe mit den Entwürfen unter dem Arm. Mothes hat kräftige Hände und er hat Erfahrung mit der Gestaltung großer Räume. „Kunst am Bau ist eine Dienstleistung“, sagt er und weiß wohl, dass das gut ankommt. Überhaupt ist der gebürtige Wiesbadener jemand, der sich gut verkaufen kann.
„Sie wollen doch keinen Wessi, der Ihnen schon wieder etwas erklärt“, sagte er den Jurymitgliedern des Wartburg-Klinikums Eisenach, als die einen Künstler für die Gestaltung ihres Neubaus suchten. Seine Art zu reden und die Leute mitzureißen, ließ sie für den süddeutschen Künstler einnehmen. Mothes bekam den Auftrag. Nun hat der 67-Jährige auch im neuen Kreiskrankenhaus Bad Salzungen seine Spuren hinterlassen. In der Eingangshalle, auf der Geburten- und Intensivstation, im Speisesaal und der Cafeteria. „Man darf nicht alles gleich machen“, sagt er. Die von ihm bemalten Flächen wirken heiter. Sie erinnern an anthroposophische Kunst. Der Lehre, nach der der Mensch höhere seelische Fähigkeiten entwickeln kann und dadurch übersinnliche Erkenntnisse erlangt. Peter-Andreas Mothes erzählt, dass er zwei Jahre seines Lebens auf einer Waldorfschule verbracht hat. „Jedes Gebäude wirkt erst einmal fremd“, sagt er. Drei Tage brauche es meist, um es sich zu erobern. Das war auch in Bad Salzungen so. Auf langen Spaziergängen entwickelte er dann die Entwürfe, wie die von der Geburtenstation. "Vor der Entbindung will eine Frau beruhigt sein", vermutete der Vater zweier Söhne und dekorierte die Decke eines der beiden Kreißsäle mit einem Sternenhimmel. Wolfgang Mauritz ist indes zufrieden mit dem kreativen Teil seines neuen Krankenhauses. „Kommt man in die Eingangshalle, dann empfindet man eine gewisse Leichtigkeit“, sagt der Geschäftsführer des Bad Salzunger Klinikums. Natürlich seien auch Thüringer Künstler eingeladen gewesen, ihre Entwürfe vorzustellen, antwortet Mauritz auf die Frage, warum die Wahl für diesen Großauftrag gerade auf Peter-Andreas Mothes gefallen war. „Seine gefielen uns am besten.“ Acht Wochen hatte Mothes Zeit, um seine Pläne umzusetzen. „Das war unglaublich gepresst“, erinnert er sich. Aber beschweren will er sich darüber nicht. Das gehört zu seiner Arbeit dazu, weiß er. Und es ist der Grund, warum der Architekt des Bad Salzunger Krankenhauses, Matthias Kirschner, gern mit dem Künstler zusammenarbeitet. „Man muss die Dimension beherrschen und Fristen einhalten“, sagt Mothes. Dabei geholfen hat ihm auch Rüdiger Hildebrandt von der Gothaer Malerfirma Möller. „Das hat Spaß gemacht“, sagt der junge Mann verlegen. Peter-Andreas Mothes hat schon wieder einen neuen Auftrag. Als Nächstes gestaltet er das Leipziger Universitätsklinikum. Nur an eines wird sich der Künstler der medizinischen Großbaustellen nie gewöhnen. „An die vielen Radios, die gleichzeitig Popmusik auf verschiedenen Kanälen durch die leeren Gänge dröhnen“.  Unglaublich gepresst: Nur acht Wochen Zeit hatte Mothes für die Ausgestaltung des Bad Salzunger Klinikums. |