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Kim, die Letzte, und Elena, die Erste

Freies Wort, 02.10.2000
Kim Alegra Urban und Elena Wulff sind zwei Mädchen, die in den vergangenen acht Tagen in Bad Salzungen das Licht der Welt erblickten. Und beide sind etwas Besonderes. Kim Alegra war das letzte Baby, das im alten Krankenhaus in der Langenfelder Straße, und Elena das erste Baby, das im neuen Krankenhaus am Lindig geboren wurde.

BAD SALZUNGEN – Silvana Urban, Kims Mutter, kam am Mittwochmorgen mit Wehen ins alte Kreiskrankenhaus. Um 15.32 Uhr konnte sie ihr gesundes Töchterchen in die Arme nehmen. 2710 Gramm wog das kleine Mädchen und hatte eine Größe vom 48 Zentimetern. „Ich hatte Glück, denn nur noch an diesem Tag war das Rundbett im Kreißsaal verfügbar“, erzählt sie. Vom Umzug hat die junge Mutter einiges mitbekommen. So fehlten in den Zimmern die Fernseher und die Telefone waren abgeschaltet. Doch scheinbar wollte Kim noch unbedingt im alten Haus geboren werden. Errechneter Termin war nämlich der 4. Oktober. Um Mutter und Tochter weiteren Umzugsstress zu ersparen, wurden beide bereits Samstagmorgen nach Hause entlassen. Hier warteten der frisch gebackene Papa und der 15-jährige Bruder gespannt auf den Familienzuwachs.

Seit letzten Samstag, sechs Uhr, war der Kreißsaal im neuen Krankenhaus voll einsatzfähig. Doch das erste Baby ließ bis Montagmorgen auf sich warten. Schon in der Nacht meldete Elena Wulff ihr Kommen an und erblickte schließlich vier Minuten nach acht Uhr das Licht der Welt. Der kleine blonde Wuschelkopf wiegt stolze 3520 Gramm und ist 51 Zentimeter lang. "Ich habe gleich gewusst, dass ich mich im neuen Krankenhaus melden muss“, erzählt die Mutter Denise Wulff. Wegen des neuen Gebäudes sei sie schon ein bisschen aufgeregt gewesen. Denn hier wusste sie nicht sofort, wo sie hingehen muss. Für Denise Wulff war nicht nur das neue Gebäude eine Premiere. Die 34-Jährige, die bereits zwei Kinder hat, gebar zum ersten Mal in der Geburtswanne. „Nach der Geburt von Elena waren wir alle ergriffen“, berichtet die leitende Hebamme Doris Behrends. Dass die erste Geburt im neuen Kreißsaal so unkompliziert verlaufen ist, freut die Geburtshelferin besonders. Auch der Vater des Mädchens hat die Geburt miterlebt und dieses Erlebnis nicht bereut. Vom immer noch nicht ganz abgeschlossenen Umzug bekommt das kleine Mädchen nichts mit. Elena schläft fast den ganzen Tag. „Natürlich hört man manchmal Baulärm oder es kommen Techniker ins Zimmer, die zum Beispiel den Fernseher anschließen wollen“, berichtet Denise Wulff. Doch darüber könne man hinwegsehen. Drei Babys sind zuzeit auf der Geburtsstation zu Hause, von denen zwei im neuen Krankenhaus geboren wurden. Für die ersten drei Babys, die im neuen Gebäude zur Welt gekommen sind, wollen wir je einen Baum pflanzen“, berichtet Wolfgang Mauritz, Geschäftsführer des Krankenhauses. Auf Tafeln am Baumstamm sollen die Namen der Kinder verewigt werden.


Blumen für die Muttis (v. l.): Chefärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Karola Franke, leitende Hebamme Doris Behrends, Familie Urban, Familie Wulff und der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Wolfgang Mauritz.

 
 
 

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