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Freies Wort/stz, 07.01.1999 Morgen wird ein Kleinbus voller Akten zur Genehmigung eingereicht/„Wollen in diesem Jahr etwas sehen“ Bad Salzungen (uf). Wolfgang Mauritz, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Bad Salzungen, packt eine gehörige Portion Optimismus in den Zeitplan für den Krankenhaus-Neubau: Er will bereits im Herbst eine Party im Rohbau feiern. Vorher allerdings muss der Baubeginn genehmigt werden.
Am Freitag wird ein Kleinbus voller Akten vom Kreiskrankenhaus Bad Salzungen nach Jena fahren. An Bord hat er die so genannten „Haushaltsunterlagen Bau“, ein 18 Ordner umfassendes Aktenpaket in fünf- bis sechsfacher Ausfertigung, das die genaue Beschreibung des neuen Krankenhauses samt Grünanlagen drumherum enthält und einem vom Finanzministerium beauftragten Prüfer übergeben werden soll. Etwa zwei bis drei Monate, so wurde Wolfgang Mauritz mitgeteilt, wird die Prüfung der Akten dauern. Da wird nachgerechnet, ob die Fläche der Fliesen stimmt, die Türen breit genug und Fenster DIN-gemäß sind; da geht's um Kilometer von Kabeln und Leitungen, uni 19 OM Quadratmeter Nutz- und rund 14 000 Quadratmeter Verkehrsfläche—alles unterm Dach des neuen Hauses, das möglichst schnell auf dem Lindig entstehen soll. Gibt es nichts oder wenig zu beanstanden, so hofft der Krankenhaus-Chef, werden Sozial- und Finanzministerium im Frühjahr grünes Licht für eine vorzeitige Baugenehmigung geben. Dann fehlt noch das Ja der Stadt Bad Salzungen, die den offiziellen Bauantrag Ende Dezember bekommen hat, sowie die Genehmigung der Unteren Bauaufsichtsbehörde beim Landratsamt. Hier setzt man, um Pannen zu vermeiden, schon seit Monaten auf enge Zusammenarbeit mit dem Architekten. „Wir hoffen, möglichst früh mit den Erdarbeiten beginnen zu können“, sagt Landrat und Krankenhaus-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Martin Kaspari. Als Termin für den Spatenstich liebäugeln Kasparl und Mauritz mit Mitte April.
Gleichzeitig wird es Zeit, die ersten Ausschreibungen vorzubereiten. Wolfgang Mauritz hat gestern bereits einen Hinweis an das „EG-Amtsblatt“ nach Brüssel gefaxt, in dem der Krankenhaus-Bau in Bad Salzungen an gekündigt wird. Doch auch wenn europaweit ausgeschrieben werden soll: Sowohl Landrat Kaspari als auch Geschäftsführer Mauritz wollen die heimischen Handwerker nicht außen vor lassen. Da die Gewerke jedoch sehr groß und von klein- und mittelständischen Betrieben allein kaum zu bewältigen sind, wirbt der Landrat für die Bildung von Arbeitsgemeinschaften. Sicher: Bei der Vergabe ist die Krankenhaus gGmbH an „knallharte Vorschriften“ gebunden. „Doch wer es nicht versucht“, gibt Mauritz zu bedenken, "kann auch keinen Zuschlag bekommen". Um welche Flächen und Mengen es geht, wollen Kaspari und Mauritz beim Neujahrsempfang der Handwerkerinnung in Bad Salzungen bekannt geben. Insgesamt wurde für den 435-Betten-Neubau mit acht Fachabteilungen eine Bausumme von 170,3 Millionen Mark bewilligt. Zusammen mit einigen Extras, wie eine Cafeteria, ein Frisör und ein kleiner Buchladen, die die gGmbH selbst bezahlen muss, wird der Bau voraussichtlich runde 190 Millionen Mark kosten. Die Bauzeit wird – wiederum optimistisch – auf dreieinhalb Jahre geschätzt, womit der Umzug im Jahre 2002 ins Haus stehen würde. „Die Sache“, so freut sich Landrat Kaspari, „nimmt jetzt richtig Formen an“. Ein grundsätzliches „Nein“ könne es nun nicht mehr geben, höchstens noch kleine Änderungen.
 „Alles unter einem Dach“ soll der größte Vorteil des Krankenhaus-Neubaus sein. Bisher pendeln Ärzte und Patienten bei Wind und Wetter zwischen 12 Gebäuden und drei Standorten.
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